ArTENreich Gnadenhof wandelt sich


El pueblo unido jamás será vencido,
el pueblo unido jamás será vencido… (Ein geeintes Volk [Dorf] kann nie besiegt werden)

Hallo liebe Freunde,

 

wir wünschen Euch allen ein gutes Neues Jahr 2015!

Zur Mitte des Jahres stellt die ArTENreich Crew den überwiegenden Teil ihrer Tierhaltung ein. Grund dafür sind seit Jahren nicht endende Behördenschikanen und die daraus nun resultierende Konzentration auf den politischen Teil unserer Arbeit.

Wir haben den Eindruck, man hat uns seitens der Behörden missverstanden. Wir waren keine privaten Tierhalter, auch nicht nach Ihren Gesetzen. Wir haben Behörden, Institutionen und Privatpersonen auf unserem Grund und Boden und auf unsere Kosten vorübergehend und auch dauerhaft für bestimmte Tiere Platz, Nahrung und eine zuverlässige Versorgung geboten. Wir haben Schwächeren Asyl geboten und dafür einen Großteil unseres Geldes und unserer Lebenszeit immer gern gegeben. Wir sind die, die allein im Wort Tierhaltung schon Gewalt fühlen, die das Halten jedweder Kreaturen zur bloßen Gewinnerzielung oder des reinen Privatvergnügens ablehnen.

Uns rechtlich mit offenkundig tierfeindlichen, rein materiell oder aus privatem Eigennutz motivierten Privathaltern, Zoos und Tierparks etcetera gleichzusetzen und uns und viele andere Tierschutzeinrichtungen mit den gleichen Regularien zu belegen, kann von der Öffentlichkeit so nicht nachvollzogen werden, und ist somit im Rahmen ihres Ermessungsspielraumes auch nicht legitim, weil gegen alles wirkend, was sich die Gesellschaft eigentlich wünscht – in diesem Falle z. B. Orte, an denen geschundene Kreaturen eine Zuflucht in Würde finden, abseits des Missbrauchs durch „die Märkte“.

Wir haben daher nach nunmehr bald sieben Jahren in Vöhl entschieden, die Konzentration unserer Zeit und unseres Kapitals von der Rettung und Betreuung von Einzelkreaturen auf den politischen Teil unserer Aufklärungsarbeit zu verlagern.

Wir werden uns auf den Angriff der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Schwächere im System vorbereiten.

Denn: wir sind uns, im Gegensatz zu vielen anderen aktiven Not- und Gnadenbrotunterkünften, rational durchaus der Tatsache bewusst, dass die Beherbergung einzelner Kreaturen, egal wie hoch deren Zahl auch ist, in der echten Welt um uns herum nur einen Tropfen auf den heißen Stein symbolisieren, egal wie gut und hochglanzpoliert die Unterbringung auch sein mag – die Tatsache dass Tiere weiterhin als bloße Genuss- und Gebrauchsgegenstände gelten, egal ob als Mahlzeit, Spielkamerad oder Bezugskontaktersatz, wird immer weitere Tierheime und Gnadenhöfe erforderlich machen, ohne das Problem an der Wurzel zu bekämpfen. Die Menschen müssen ihre Wahrnehmung und Ihr Bewusstsein für die Gleichwertigkeit anderer Lebensformen, anderer Spezies(?), schärfen – und dass können sie, mit Sicherheit, denn auch wir haben diesen Schritt irgendwann in unserem Leben persönlich durchlaufen.

Traurig und zugleich auch freudig gestimmt wollen zumindest wir uns in Zukunft darauf konzentrieren: den Horizont des Denkens, vor allem aber auch die Fähigkeit zur Empathie, zu erweitern.

 

Schiff Ahoi!

Aye Aye, bereit zum Entern..

die Mitglieder der ArTENreich Crew, Januar 2015.